dissidentisch

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dissidentisch

  • [dɪsiˈdɛntɪʃ]

Rhymes with ɛntɪʃ

Where it comes from

abgeleitet vom Substantiv Dissident (= Nicht-Katholik, Konfessionsloser; zu dessen Etymologie s. dort) durch Anhängen des Adjektivsuffixes -isch. Der Ausdruck findet sich in Fachpublikationen bereits im 18. Jahrhundert und war unter anderem auch im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts im ideologischen Begriff dissidentische Fürsorge um die Zeit zwischen 1927 und 1932 gängig. Aufgekommen ist das Wort im allgemeinen Sprachgebrauch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit Bezug auf Dissidenten als Regimegegner besonders in kommunistischen Staaten. Eine erstmalige Verwendung ab diesem Zeitraum findet sich unter Heranziehung der gängigen deutschen Sprachkorpora vom Schriftsteller Peter Rühmkorf in der „Zeit“ vom 10. August 1979, Nr. 33. Der Gebrauch von dissidentisch blieb bis zur Zeit um 2000 eine Randerscheinung und nahm danach besonders um 2010 zu. Noch 1994 wird eine Verwendung von dissidentisch in einer „Spiegel-Spezial“-Ausgabe aus dem Jahr 1993 als eine „lexikologisch falsche Form“ für dissident gesehen. Eine Google-Suche im März 2013 ergab eine Quote von 451 echten Treffern für dissidentisch und von 866 für die flektierten Formen des Positivs. Für den Komparativ gab es einen Treffer und für den Superlativ fand sich gleichfalls ein Beleg. Das Wort fungiert heute als Nebenform des Adjektivs dissident (zu dessen Etymologie s. dort) mit ähnlicher Bedeutung. Im Duden ist das Wort bislang nicht verzeichnet.

Das große Wörterbuch der deutschen Sprache in acht Bänden, 2. Auflage, Band 2: Bin–Far, Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus, Mannheim u. a. 1993, ISBN 3-411-04732-1.

Universalwörterbuch, 3. Aufl., Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus, Mannheim u. a. 1996, ISBN 3-411-05503-0.

Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Die deutsche Rechtschreibung. Das umfassende Standardwerk auf der Grundlage der neuen amtlichen Regeln. In: Der Duden in zwölf Bänden. 23. Auflage. Band 1, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2004, ISBN 978-3-411-04013-0

Rechtschreibung Online-Version, abgerufen am 24. März 2013.

adjective dissidentisch · dissidentischer · am dissidentischsten · dissidentische · dissidentisches

  1. keiner Religionsgemeinschaft angehörig „Es wurden bezeichnet als evangelisch 36, als katholisch 12, als mosaisch 28, als dissidentisch 20 Kinder.“

    Similar: konfessionslos

  2. nicht-katholisch „Es wurde verboten, auf Krongütern dissidentische Kirchen zu haben.“
  3. gegen eine religiöse oder autoritäre politische Ordnung auftretend, diese kritisierend oder nicht befolgend „[…] worauf […] Adam Bronikowski die dissidentischen Forderungen, welche in 20 Puncten bestunden, übergab.“

    Similar: oppositionell, regimekritisch · Opposite: linientreu, loyal

  4. auf (einen oder mehrere) Dissidenten Bezug nehmend, Dissidenten- „die den Kindern dissidentischer Eltern nachgelassenen Freiheiten“
  5. den Anschauungen eines Dissidenten entsprechend, diese zum Ausdruck bringend „Uwe Kolbe, als eine Generation der ‚Hineingeborenen‘ klassifiziert, wuchs nicht direkt aus den Kinderschuhen in eine dissidentische Gegenwelt hinein.“

Similar: dissident

Thesaurus

adjective

Similar: dissident

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"dissidentisch." Wiktionary, via Micwyn, micwyn.com/word/de/dissidentisch. Accessed 6 Nov. 2026.

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dissidentisch. (n.d.). In Wiktionary, via Micwyn. Retrieved November 6, 2026, from https://micwyn.com/word/de/dissidentisch

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"dissidentisch." Wiktionary, via Micwyn. Accessed November 6, 2026. https://micwyn.com/word/de/dissidentisch.

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