noch

Deutsch · Thesaurus

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noch

  • [nɔx]
  • [nɔx] nur unbetont

Rhymes with ɔx

Where it comes from

In den westgermanischen Formen: Althochdeutsch noh, mittelhochdeutsch noch; altsächsisch noh, mittelniederdeutsch und mittelniederländisch noch, niederländisch nog; altfriesisch noch. Sind wohl entsprechend gleichbedeutend gotisch naúh (ostgermanisch) als eine Verbindung von indogermanisch *nū̌ „nun“ (siehe auch nun) mit indogermanisch *-ku̯e „und“ anzusehen (vergleiche altindisch ca, griechisch τε (te^☆) ^(→ grc), lateinisch -que; siehe auch kein und unten unter Konjunktion). Das westgermanische ⟨o⟩ erklärt sich vielleicht aus dem Einfluss des nachfolgenden gutturalen Spiranten, analog zum regulären Wandel von germanisch ⟨u⟩ vor ⟨h⟩ zu gotisch ⟨aú⟩, gesprochen [ɔ]. Abweichende Meinung: Brugmann (diphthongische Aussprache von gotisch náuh; von indogermanisch *-nou-ku̯e; althochdeutsch, altsächsisch noh gekürzt aus *nōh).

Von der Bedeutung zunächst temporal, ursprünglich etwa „bis jetzt“. Daraus schon althochdeutsch der Sinn der Ergänzung, Wiederholung gebildet, mittelhochdeutsch bei Komparation der Sinn der Verstärkung. Hatte bis ins Frühneuhochdeutsche auch (konjunktional) den Sinn der Gegensätzlichkeit (daraus dennoch gebildet, siehe da). Auf Wiederholung weisendes noch einmal (mittelhochdeutsch noch eines, noch einst) drückt in Fügungen wie noch einmal so viel, noch einmal so schön (frühneuhochdeutsch auch noch einst so …) die Steigerung einer Mengen- oder Merkmalsangabe aus. Anstelle von noch einmal so steht frühneuhochdeutsch ab dem 16. Jahrhundert auch nur noch so (vereinzelt bis ins 18. Jahrhundert). Dies seit dem 17. Jahrhundert auch konzessiv, so bis in die Gegenwart, siehe Bedeutung [4b].

adverb

  1. in zeitlichem Sinne:
  2. oft in gegenüberstellender Korrelation zu „schon“; auch mit besonderer Hervorhebung weist auf die Fortdauer eines Zustands oder Vorgangs hin, dessen Ende meist abzusehen ist; Sie ist noch krank.

    Opposite: schon

  3. oft in gegenüberstellender Korrelation zu „schon“; auch mit besonderer Hervorhebung die Fortdauer aus der Vergangenheit (in die Gegenwart) hervorhebend
  4. oft in gegenüberstellender Korrelation zu „schon“; auch mit besonderer Hervorhebung die Fortdauer (aus der Gegenwart) in die Zukunft hervorhebend
  5. oft in gegenüberstellender Korrelation zu „schon“; auch mit besonderer Hervorhebung, betont, meist in Spitzenstellung das absehbare Ende der Fortdauer hervorhebend
  6. beschreibt einen zukünftigen Vorgang oder Zustand drückt die Absicht aus, etwas in naher Zukunft und nicht später zu tun Wir sollten noch einen Termin vereinbaren, das haben wir bisher versäumt.
  7. beschreibt einen zukünftigen Vorgang oder Zustand drückt die Wahrscheinlichkeit, Erwartung oder Hoffnung aus, dass etwas in naher Zukunft geschieht Sie wird schon noch kommen.
  8. beschreibt einen zukünftigen Vorgang oder Zustand, konsekutiv drückt die Befürchtung oder Warnung aus, dass in naher Zukunft eine Konsequenz eintritt, falls nichts geschieht, um sie zu verhindern Du kommst noch zu spät.
  9. ordnet einen Ereigniszeitpunkt relativ zu anderen Vorgängen ein den Umständen nach (relativ oder unerwartet) früh, vor kurzer Zeit; betont die Zeitangabe Er wurde noch am Unfallort operiert.
  10. ordnet einen Ereigniszeitpunkt relativ zu anderen Vorgängen ein bevor etwas anderes geschieht/geschehen kann; oft als Vorbedingung für etwas anderes, oft in Korrelation zu „ehe“, „bevor“ und dergleichen, oft in „erst noch“, „vorher noch“ und dergleichen Ich muss erst noch duschen.
  11. ordnet einen Ereigniszeitpunkt relativ zu anderen Vorgängen ein zu einem weit fortgeschrittenen Zeitpunkt; insbesondere (kurz) bevor sich die Umstände entscheidend so verändern, dass das Ereignis nicht mehr möglich wäre Dass er das noch erleben durfte.
  12. ordnet einen Ereigniszeitpunkt relativ zu anderen Vorgängen ein letztmalig nicht zu einem vorherigen sondern zum genannten Zeitpunkt Ich habe ihn gestern noch gesehen.
  13. ordnet einen Ereigniszeitpunkt relativ zu anderen Vorgängen ein beschreibt einen (weit) in der Vergangenheit abgeschlossenen, dauerhaften Vorgang oder Zustand Alles war einfacher als ich noch jung war.
  14. im Sinne der Zusätzlichkeit, des Hinzufügens, der Steigerung, der Wiederholung:
  15. oft als Verstärkung anderer Adverbien („außerdem noch“, „noch zusätzlich“ und dergleichen); auch in drückt aus, dass etwas zu etwas Vorhandenem hinzukommt, zusätzlich vorhanden ist; Ein Termin wird nicht genügen, wir sollten noch einen vereinbaren.

    Similar: zusätzlich, außerdem, des Weiteren, dazu

  16. oft als Verstärkung anderer Adverbien („außerdem noch“, „noch zusätzlich“ und dergleichen); auch in, in „noch einmal“ (umgangssprachlich „noch mal“/„nochmal“) zum wiederholten Male, ein weiteres Mal Mach das noch einmal!
  17. oft als Verstärkung anderer Adverbien („außerdem noch“, „noch zusätzlich“ und dergleichen); auch in, konzessiv, in „noch so“, nur betont in beliebigem Grade (und trotzdem nicht genug) Und wenn du noch so bettelst, der Pudding ist meiner.
  18. oft als Verstärkung anderer Adverbien („außerdem noch“, „noch zusätzlich“ und dergleichen); auch in, in „noch einmal so“, „noch einmal so … wie“ drückt die Steigerung einer Menge, eines Merkmals aus Und dann hatte er noch einmal so viel Ärger.
  19. colloquial, oft als Verstärkung anderer Adverbien („außerdem noch“, „noch zusätzlich“ und dergleichen); auch in, in „noch und noch“ (scherzhaft „noch und nöcher“) sehr viel, sehr oft
  20. mit Komparativ, vorangestellt, nachgestellt gehoben, drückt eine Verstärkung der Steigerung aus in hohem Grade Der Chef wurde noch wütender.
  21. im Sinne der Einschränkung, der Gegensätzlichkeit:
  22. drückt aus, dass es sich um einen Rest von etwas handelt, der erwartbar ebenfalls verschwinden/aufgebraucht wird; oft in „nur noch“ Haben wir noch Pudding?
  23. konzessiv gibt in Bezug auf etwas die Grenze einer positiven Aussage an, dass etwas in einem bestimmten Rahmen ist aber zum Gegenteil nur wenig fehlt; das Negative kann sich in Opposition anschließen, oft mit „aber“, „dennoch“, „trotzdem“ „Ein Wochenplan ist lang genug, aber trotzdem noch sehr übersichtlich.“
  24. literary, vor einem Satzglied mit negativ bewertetem Inhalt selbst, sogar, obwohl es nicht zu erwarten wäre

Similar: zukünftig, bald, gleich

particle

  1. deutet in Ergänzungsfragen auf früher Gewusstes, momentan aber Vergessenes hin; oft in „noch gleich“, „noch einmal“, umgangssprachlich „nochmal“/„noch mal“ Wie war das noch?

    Similar: nochmal

  2. drückt in Aussagesätzen eine Verstärkung aus und deutet an, dass eine Bestätigung, Zustimmung erwartet oder vorausgesetzt wird; oft in „ja noch“ Auf ihn kann man sich noch verlassen.

    Similar: immerhin

  3. drückt in Aussage- oder Ausrufesätzen eine gewisse Erregung oder Ähnliches aus und weist auf zu erwartende Konsequenzen hin; oft in „schon noch“ Das wirst du noch bereuen!
  4. drückt in Aussage- oder (rhetorischen) Fragesätzen Empörung, Erstaunen oder Ähnliches aus; oft in „doch noch“, „wohl noch“, „ja noch“ Man wird doch noch fragen dürfen.

    Similar: wohl, ja

  5. nur mit Verneinung; drückt in Aussagesätzen aus, dass ein Sachverhalt als nicht schwerwiegend, als etwas nicht besonders Beachtenswertes angesehen wird Das kosten noch keine fünf Euro.
  6. in „auch das noch“ Ausruf, der verwendet wird, wenn zum wiederholten Male oder zusätzlich etwas Unangenehmes geschieht

conjunction

  1. korreliert mit einer vorangehenden Verneinung, schließt eine weitere Verneinung an und auch nicht

    Opposite: und, sowohl … als auch, jedoch

  2. korreliert mit einer vorangehenden Verneinung, schließt eine weitere Verneinung an in „weder … noch“ Weder will ich schlafen noch bin ich müde.
  3. korreliert mit einer vorangehenden Verneinung, schließt eine weitere Verneinung an gehoben, veraltend, in „nicht … noch“ „Wahrscheinlich wäre Frau Alexander nicht Professorin, wenn das ‚System‘ (des Rassismus in den USA) weiterhin so unbarmherzig wäre wie sie heute sagt. Noch wären Afro-Amerikaner Chefs großer Firmen, Banken, Mitglieder des Senats und des Repräsentantenhauses, des Obersten Gerichts, und […].“
  4. korreliert mit einer vorangehenden Verneinung, schließt eine weitere Verneinung an veraltet, korrelierend mit beliebiger vorangehender Verneinung („nichts“, „ohne“, „niemals“, „kein“, „niemand“, „nirgends“ und so weiter; auch verdoppelt „noch … noch“)

adverb

  1. temporal:
  2. bei Betonung des Zeitpunktes seit einer langen kontinuierlich verlaufenden Zeitstrecke nicht unterbrochen, immer noch, bis hin zu einem Orientierungs-, End-, Jetztzeitpunkt; (auch) heute noch (so wie schon immer), jetzt noch; bis dahin
  3. drückt aus, dass ein Geschehen, eine Handlung in der näheren Zukunft erfolgt anschließend, später noch, in (naher) Zukunft; auch weiterhin; dieser Gebrauch ist teils erkennbar an Vorkommen mit „müssen“, „sullen“ (sollen), „wellen“ (wollen), auch am futurisch gemeinten formalen Präsens des Verbs
  4. modal:
  5. drückt aus, dass ein erwartbares Maß überschritten wird, dass sich etwas wiederholt, dass etwas Neues zu einem Vorausgesetzten hinzutritt und (reihend, additiv gemeint), noch dazu, überdies, zusätzlich, noch einmal, ein weiteres Mal; doppelt so viel
  6. ein besonderes Ausmaß ausdrückend, gibt im folgenden Komparativ an, dass eine Qualität die gesellschaftliche Norm übersteigt
  7. konjunktional:
  8. hauptsatzeinleitend, selten auch adverbial trotz eines gegenläufigen Sachverhalts, gegen jede Erwartung; trotzdem, dennoch, gleichwohl, dessen ungeachtet

particle

  1. hebt einen bestimmten Inhalt hervor oder trägt eine Handlung mit der Bitte um Verständnis vor auf der Basis eines grundsätzlich übereinstimmenden Wissens/Urteils doch wirklich, tatsächlich

conjunction

  1. auxiliary verb gelegentlich können statt zweier (oder mehrerer) lexikalischer Einheiten auch morphologische Unterscheidungen (Verb im Zustands- oder Vorgangspassiv, in zwei Tempora) sowie vereinzelt syntaktische Aussagen miteinander verknüpft sein
  2. [1] vereinzelt, alleinstehend, verbindet zwei Ausdrücke der Wortebene; die Negation ergibt sich aus der Argumentation der jeweiligen Belegstelle, „noch“ markiert lediglich das Vorhandensein von Negation und nicht deren genaue Semantik
  3. [2] regelhaft, in Paar-, seltener in Mehrfachformeln, im Sinne von: weder … noch, durch Auflösen der doppelten Verneinung auch: sowohl … als auch; im Einzelnen in den Wendungen: „noch … noch“; „noch … niemand“, „noch … nie“ oder „noch … niemand nie“; „kein … noch“, „kein … noch kein“; „nicht … noch“ oder selten umgekehrt „noch … nicht“; „nimmer … noch“; häufig „weder … noch“, dies auch zwei Hauptsätze verbindend

Thesaurus

adverb

Similar: zukünftig, bald, gleich

In English

  • yet thus far
  • again used in a question to ask something one has forgotten
  • still having the same stated quality continuously from a past time
  • even emphasising comparative
  • nor nor

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"noch." Wiktionary, via Micwyn, micwyn.com/word/de/noch. Accessed 6 Nov. 2026.

APA

noch. (n.d.). In Wiktionary, via Micwyn. Retrieved November 6, 2026, from https://micwyn.com/word/de/noch

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"noch." Wiktionary, via Micwyn. Accessed November 6, 2026. https://micwyn.com/word/de/noch.

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