Schnecke

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Schnecke

  • [ˈʃnɛkə]

Rhymes with ɛkə

Where it comes from

Bei dem Wort in seiner Grundbedeutung handelt es sich um ein Erbwort, das über die mittelhochdeutschen Formen snecke ^(→ gmh) und snegge ^(→ gmh) m (vergleiche oberdeutsches Schneck) auf das seit dem 9. Jahrhundert bezeugte althochdeutsche sneggo ^(→ goh) zurückgeht. All diese Formen führen zusammen mit den mittelniederdeutschen Formen snigge ^(→ gml) und snicke ^(→ gml) f / m und der mittelenglischen Form snegge ^(→ enm) mit einer intensiven Doppelkonsonanz auf eine (erschlossene) germanische Wurzel *sneg-, snek-. Verwandt hierzu ist ein für das 9. Jahrhundert bezeugtes althochdeutsches Verb snahhan ^(→ goh) ‚schleichen; gleiten‘ (vergleiche für das 8. Jahrhundert bezeugtes althochdeutsches thuruhsnahhan ^(→ goh)), dem ein (erschlossenes) germanisches starkes Verb *snakan ‚kriechen; gleiten‘ zugrundeliegt, zu dem im Sinne von ‚Kriecher, Kriecherin‘ Bezeichnungen für ‚Schlange, Natter‘ gehören wie etwa mittelniederdeutsches snāke ^(→ gml), landschaftlich neuhochdeutsches Schnake f ‚Natter, Ringelnatter‘, altenglisches snaca ^(→ ang), englisches snake ^(→ en), niederländisches snaak ^(→ nl), altnordisches (dehnstufig) snākr ^(→ non) und schwedisches snok ^(→ sv). Auch für Schnecke muss daher eine Ausgangsbedeutung ‚der/die Kriechende‘ angenommen werden. Außergermanische Verwandte finden sich (bis auf ein zweifelhaftes altirisches snāigech ^(→ sga) ‚kriechend‘) nicht. Mit der beginnenden neuhochdeutschen Sprachperiode nimmt Schnecke ein feminines Genus an.

Seit dem 19. Jahrhundert ist die 4. Bedeutung bezeugt (vergleiche bairisches Schneckerl). Die 13. bis 15. Bedeutung ist seit dem 18. Jahrhundert bezeugt (für die 13. vergleiche Schneck), wobei die 15. besonders ab den 1970er Jahren wieder verstärkt in Gebrauch kommt. Die 17. Bedeutung, die seit dem 19. Jahrhundert bezeugt ist, bezieht sich auf eine gewisse Formähnlichkeit zum Tier und dessen Gehäuse. Ebenfalls seit dem 19. Jahrhundert bezeugt ist die 19. Bedeutung, ab 1914 dann die 20. Bedeutung und ab 1920 die 21. Bedeutung, die wohl im Jargon der Kraftfahrer aufgekommen ist.

noun Schneckchen · Schnecklein · Schnecke · Schnecken

  1. special, Malakologie (in zahlreichen land- und wasserlebenden Arten vorkommendes) längliches Weichtier mit zwei Paar Fühlern am Kopf (wobei sich am Ende des oberen Paares die Augen befinden), auf dessen Rückenseite sich häufig ein zumeist spiralförmig gewundenes, aus Kalk bestehendes Gehäuse befindet, und dessen landlebende Vertreter sich auf einer Spur selbst abgesonderten Schleims auf der bauchseitigen Kriechsohle sehr langsam fortbewegen „Neben ihm, in einem feuchten, düſteren Winkel wucherte Huflattich und ſpreitete ſeine breiten Blätter zu phantaſtiſchen Verſtecken den Schnecken und Würmern.“

    Similar: Gastropode, Schneck

  2. als Nahrungsmittel verwendetes, essbar zubereitetes Exemplar (bestimmter Arten) des unter [1] beschriebenen Weichtiers „Mit der Zange greift man sich ein Häuschen, gießt die flüssige Butter in den Löffel und holt mit der Gabel die Schnecke aus dem Häuschen. Zum vollkommenen Genuß wird jeweils etwas Weißbrot mit Schnecke und Butter gekaut und ein Schluck Riesling dazu getrunken.“
  3. colloquial kleines, spiralförmig (schneckenförmig) zusammengerolltes Feingebäck aus Hefe-, Hefefein- oder Plunderteig mit süßen oder herzhaften Füllungen und/oder Belägen „Dann geht sie entschlossen in einen Bäckerladen und kauft mir zwei Schnecken à 5 Pfennig.“

    Similar: Schneckennudel

  4. zumeist, iPl über je einem Ohr spiralförmig (schneckenförmig) aufgerollter und festgesteckter Zopf „Jetzt nimmt sie ihren Hut ab, dicke strohblonde Schnecken sitzen an den Ohren.“
  5. spiralförmiger (schneckenförmiger) Teil des Innenohrs „Das eigentliche Gehörorgan ist das untere Labyrinthsäckchen und besonders sein aufgewundener Anhang, die ‚Schnecke‘.“

    Similar: Gehörschnecke, Hörschnecke, Cochlea

  6. Geigenbau spiralförmig (schneckenförmig) verzierter Abschluss des Halses einiger Streichinstrumente „Am Geigenhals sind Griffbrett, Wirbelkasten und die Schnecke angebracht.“
  7. spiralförmig (schneckenförmig) eingerolltes Zierelement von Bauteilen wie Konsolen, Giebeln oder Kapitellen „Aber die Terracotta-Säulen der Vorhalle mit ihren Schnecken am Kapitell sind sehr lieblich anzuschauen und die Glocke läutet auch noch und zwar zu jeder vollen Stunde.“

    Similar: Volute

  8. Treppe, deren Stufen spiralförmig um eine Achse verlaufen „Wie betäubt stolperte Adelheid die Schnecke hinauf, die enge und steile Wendeltreppe, die vom Saal direkt in die Kemenaten führte.“

    Similar: Wendeltreppe, Schneckentreppe

  9. Gewinde, das spiralförmig in ein zylindrischen, kegelförmigen oder dergleichen Körper gefräst wurde „Man wollte von mir wissen, ob die Haltevorrichtung durch einen am Lagerblock befestigten Motor sich drehen lasse, und zwar mit Hilfe des aus der Schnecke 9 oder des aus dem Schneckenrad 8 bestehenden Getriebes.“
  10. auf dem Funktionsprinzip der archimedischen Schraube beruhende Förderanlage für vor allem Schüttgut „Die Anlage wird täglich befüllt, zum Beispiel mit Mais, der neben der Anlage gelagert wird. Über Förderbänder und Schnecken gelangt das Material in die Behälter, unter deren Foliendächern bei der Vergärung Methan und Kohlendioxid entstehen.“

    Similar: Förderschnecke, Transportschnecke, Schneckenförderer, Schneckenpumpe

  11. Jägersprache, zumeist, iPl Horn des männlichen Muffelwildes „Auffallend neben der schönen Fellzeichnung und dem quirligen Wesen sind die zum Teil stark gedrehten Hörner, die so genannten Schnecken, der Widder, also der männlichen Tiere. Anders als die Hirsche, die ihr Geweih jedes Jahr abwerfen, bleibt den Mufflons ihre Schnecke ein Leben lang erhalten.“
  12. figurative, abgesehen von den Bedeutungen [3–11] etwas, was der äußerlichen Form des Schneckenhauses ähnelt „Beide Schmalfronten, hier am Château d’Eau, dort an der obersten Böschung, enden mit eingezogenem Halbkreis und ausgewölbten Schnecken; in den Buchtungen steht oben das Oktogon, unten ein doppeltes Ehrentor – doppelt, damit der Tragbaldachin einschweben kann, unter welchem das Königs-Paar morgen Ab
  13. rare, regional, als Kosewort (hübsches, niedliches) Kind, besonders ein Mädchen „Am 9. November tat sie mit exakt 3042 Gramm und 48 Zentimetern ihren ersten Schrei und ist seitdem liebevoll umsorgter Mittelpunkt. Von Mama, die sie ‚süße Schnecke‘ nennt, hat sie angeblich die Pausbäckchen, von Papa hingegen den Mund und den nächtlichen Appetit geerbt.“
  14. casual junge Frau „Der steht mit seinen Kumpels an der Theke, ein Bier in der Hand und die Augen auf der Tanzfläche – Schnecken checken.“
  15. colloquial, jocular, mitunter auch als Kosewort weibliche Person, mit der man in einer festen Beziehung, in einer festen Lebensgemeinschaft zusammenlebt; weibliche Person, für die man Liebe empfindet oder mit der man eine sexuelle Beziehung pflegt „‚Ich glaube, du verwechselst mich mit deiner Geliebten.‘
  16. casual, derogatory weibliche Person, die für ein Entgelt sexuelle Handlungen als Dienstleistung anbietet und ausübt „»[…] Ich wollte die fetteste Schnecke im Bordell bezahlen, dass sie deinen kleinen Pimmel zum Glühen bringt!«“

    Similar: Prostituierte, salopp, Hure, Nutte

  17. impolite die äußeren und/oder ein Teil der inneren primären weiblichen Geschlechtsorgane „Anna atmete an seiner Seite, »mein Wildpferd«, und Paul saugte an Annas Lippen und schleckte Annas weiche Brust ab und stieg vom Bett und steckte seine Nase in Annas Hintern, der ein warmer, weißer und nasser Mond war, und Annas Hintern preßte sich gegen sein Gesicht, und sie wand sich, und es scha

    Similar: Vagina, Muschel, Vulva, Muschi

  18. casual, derogatory, auch als Schimpfwort jemand, der langweilig, schwerfällig, träge ist „Als markante und präzise Charakterisierung von Menschen sind Angsthase, Löwenmut, Hundetreue, lahme Schnecke, eitler Pfau ebenso in Gebrauch wie dumme Gans, listiger Fuchs und falsche Katze.“
  19. casual, derogatory jemand, der langsam handelt und deshalb das von ihm Erwartete nicht leisten kann „Das Bild eines Herrschers, sagte Friedrich zu Berzejew, in feudalen Zeiten war ein Herr über fünfzig Angestellte ein Herr. Der da ist eine Schnecke, der Vetter des Onkels meiner Mutter.“
  20. casual, derogatory Verkehrsmittel, das sich nur langsam (im Kriech- oder Schleichtempo) fortbewegt „‚Du, Papa‘, sagt Susanne, ‚ich glaub’, der ICE ist ’ne lahme Schnecke.‘“
  21. casual, derogatory jemand, der langsam (im Kriech- oder Schleichtempo) fährt „Es gibt sie überall, die Raser und lahmen Schnecken.“

    Opposite: Raser, Raserin

Similar: Schneckerl, Schneckl

proper noun S. · Schneck · der Schnecke · Schnecke · die Schnecke

  1. deutschsprachiger Nachname, Familienname Frau Schnecke arbeitet als Sportfachfrau.

Thesaurus

noun

Similar: Schneckerl, Schneckl

In English

  • snail any animal of the class Gastropoda having a shell
  • slug gastropod
  • chick young woman
  • scroll end of a musical instrument

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"Schnecke." Wiktionary, via Micwyn, micwyn.com/word/de/schnecke. Accessed 6 Nov. 2026.

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Schnecke. (n.d.). In Wiktionary, via Micwyn. Retrieved November 6, 2026, from https://micwyn.com/word/de/schnecke

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"Schnecke." Wiktionary, via Micwyn. Accessed November 6, 2026. https://micwyn.com/word/de/schnecke.

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