Staat

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Staat

  • [ʃtaːt]

Rhymes with aːt

Where it comes from

Staat leitet sich über das (nicht sicher belegte) mittelhochdeutsche stat ^(→ gmh) (Ausstattung, rechtlicher Zustand), das mittelniederdeutsche stāt ^(→ gml) (Lage, Umstände, Klasse, Ansehen, Standesvertreter) und das ab dem 15. Jahrhundert verbreitete frühneuhochdeutsche Stat (Stellung in der Gesellschaft, Rang, Aufwand, Prunk) vom lateinischen status ^(→ la) ab. Während der Spätantike bezeichnete man mit status Zustand, Form und das Gefüge des Gemeinwesens sowie einen festen, gesicherten und unerschütterlichen Stand. In dieser Verwendungsweise erforderte status stets einen Genitiv, um zu bezeichnen, um wessen Zustand oder Stand es ging. Solange dies anhielt, konnte das Wort noch nicht im heutigen Sinne gebraucht werden. Im Mittelalter gab es in sämtlichen germanischen Sprachen keine Bezeichnung, die einen Oberbegriff für Königreich, Herzogtum, Republik und so weiter darstellte. Man benutzte dann im ausgehenden Mittelalter normalerweise res publica, civitas oder regnum. Mit Ableitungen von status wurde wie oben erwähnt zu dieser Zeit eher (rechtlicher) Stand oder Verfassung bezeichnet und im 15. Jahrhundert Zustand, Lage, ferner Stellung, Rang, Amt. Nach Deutschland kam das Lehnwort staet etwa im 14. Jahrhundert und etablierte sich insbesondere im Niederdeutschen, wo es im politisch-rechtlichen Kontext in Bezug auf Zustände zwischen zwei Parteien (zum Beispiel eines Vertrages oder Konflikts) bereits als allein stehendes Wort gebraucht wurde. Die Verbindung des lateinischen Wortes mit einem Genitiv hielt allerdings an: „status reipublicae“, „status imperii“ und „status regni“ kamen vor. Folglich bestand noch immer keine Beziehung zum heutigen Anwendungsbereich. Jedoch veränderte sich allmählich der Bedeutungsaspekt Stand vom rechtlichen Stand zum gehobenen Stand, da das Wort in die ständische Sphäre vordrang. Umfasst wurde dabei das Dekor der höhergestellten Gesellschaft, woher die noch heute übliche Wendung mit etwas keinen Staat machen können stammt. Weitere Bedeutungen in diesem Kontext waren ‚Aufwendung‘ und ‚Ausstattung‘. Das Wort stand bisweilen auch für Hofstaat oder seltener für Regiment. Zusätzlich entwickelte sich im 16. Jahrhundert die Bedeutung Staatshaushalt, Finanzen.

Auch in der Neuzeit lebten die mittelalterlichen Bedeutungen von status (Zustand, gehobener Stand und dessen Dekor) fort. Ganz allmählich entstand aber auch ein Gebrauch, der der modernen Staatlichkeit näherkam. Im Altfranzösischen wurde l’estat ^(→ fr) als ars bene regendi multitudinem (die Kunst, die Menge gut zu lenken) aufgefasst. Eine andere Beschreibung des status kennzeichnet ihn als „nichts anderes als einen Teil der öffentlichen Sache, durch den die Verfassung und die öffentliche Ordnung der gesamten Bürgerschaft zusammengehalten wird“. Obwohl der Sprachgebrauch noch einige Zeit schwankend blieb, lässt sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts bei einigen Autoren bereits nachweisen, dass status mit der gleichen Bedeutung wie res publica verwendet wurde. Hintergrund für diese Entwicklung dürfte die Herausbildung erster „Staaten“ im heutigen Sinne in Oberitalien gewesen sein. Diese beruhten auf einer herrschaftlichen Familie, deren treue Anhänger als Staat bezeichnet wurden. Niccolò Machiavelli benutzte lo stato ^(→ it) entsprechend in den Bedeutungen ‚Anhänger eines Partei- oder Cliquenobersten‘, ‚Machtbesitz‘ und ‚Inhaberschaft der öffentlichen Amtsgewalt‘. Der Prozess der „Verstaatung“ des menschlichen Gemeinwesens, der bei relativ kleinen Gruppen begann, hat sich immer weiter ausgebreitet und schließlich jeden Einzelnen eingeschlossen. Zur Verbreitung des neuen Terminus trug wiederum Macchiavelli mit seiner „Theorie der Staatsräson“ bei, welche sich der ratio statūs widmete. Hier nun ist status selbst zum Genitiv geworden und stellt endlich einen konkreten und eigenständigen Inhalt dar.

Endgültig zur Entstehung des heutigen Bedeutungsinhalts des Wortes kam es in der Mitte des 17. Jahrhunderts, als der absolute Staat geschaffen wurde und die Ma

noun Staat · Staaten · Stäte · Staate · Staats

  1. nach Einfluss oder Aufgabe gestaffeltes System aus Individuen In der Not rufen Banken wieder nach dem Staat.
  2. Gebiet, auf dem ein Staat liegt Liechtenstein ist ein sehr kleiner Staat.
  3. in föderalistisch organisierten Staatswesen eine teilsouveräne Entität, ein konstitutives Element einer Föderation, das staatsrechtliche Gegenüber des Bundes „So werden [in den Vereinigten Staaten von Amerika] neben dem Gouverneur häufig die wichtigsten Positionen in der Exekutive, in einigen Staaten aber auch die Mitglieder des Obersten Gerichts durch direkte Wahl bestimmt.“

    Similar: Kanton, Land, Bundesland

  4. colloquial, plural only die Vereinigten Staaten von Amerika Meine Schwester Heidelore ist schon vor dreißig Jahren in die Staaten gezogen.
  5. Insektenstaat Ich beobachte seit drei Monaten den Staat der Ameisen am Waldweg.

    Similar: Insektenstaat, Tierstaat

  6. colloquial, no plural, outdated festliche Bekleidung Heimerich betrat den Ballsaal in vollem Staat.
  7. no plural, outdated Gesamtheit der Personen, die das Gefolge einer höherstehenden Persönlichkeit bilden Der Staat des Kaisers konnte in den Räumlichkeiten des Schlosses kaum Platz finden.

    Similar: Hofstaat

  8. nur in festen Wendungen Aufwand, Pracht, guter Eindruck Mit diesem Kleid kannst du nicht viel Staat machen.

In English

  • country nation state
  • state a/the State, the sovereign country or city state with a central government actin
  • nation sovereign state

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"Staat." Wiktionary, via Micwyn, micwyn.com/word/de/staat. Accessed 6 Nov. 2026.

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Staat. (n.d.). In Wiktionary, via Micwyn. Retrieved November 6, 2026, from https://micwyn.com/word/de/staat

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"Staat." Wiktionary, via Micwyn. Accessed November 6, 2026. https://micwyn.com/word/de/staat.

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