waise

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Waise¹

  • [ˈvaɪ̯zə]

Rhymes with aɪ̯zə

Where it comes from

Das Wort geht zurück auf das seit dem 9. Jahrhundert bezeugte althochdeutsche weiso ^(→ goh) m, dessen mittelhochdeutsche Form weise ^(→ gmh) m / f (vergleiche mittelniederdeutsches wēse ^(→ gml), mittelniederländisches wēse ^(→ dum), altfriesisches wēsa ^(→ ofs) / wēse ^(→ ofs) m / f, niederländisches wees ^(→ nl)) lautete. Die weitere Herkunft ist unklar.

Es wird zumeist mit althochdeutschem wīsan ^(→ goh) ‚meiden, vermeiden‘ (seit dem 9. Jahrhundert; vergleiche biwīsan ^(→ goh) um 800), mittelhochdeutschem entwisen ^(→ gmh) ‚verlassen von, leer von‘ und lateinischem dīvidere ^(→ la) ‚trennen, ab-, aus-, ein-, zerteilen‘ zu der unter Witwe dargestellten indoeuropäischen Ausgangsform *u̯eidh-, *u̯idh- ‚trennen‘ gestellt.

Elmar Seebold zieht hingegen lateinisches vītāre ^(→ la) ‚meiden‘ und tocharisches (AB) wik- ‚vermeiden, sich fernhalten von, verzichten auf‘ heran, um somit von einer indoeuropäischen Wurzel *u̯ei- ‚drehen, biegen‘ (siehe Weide) auszugehen.

Die Schreibung mit -ai- entstammt bairisch-österreichischer Schreibgewohnheit (siehe auch Kaiser) und wird von Luther übernommen, sodass sich eine orthografische Unterscheidung zu Weise und weise ergibt. Der Gebrauch des femininen Genus, der bereits im Mittelhochdeutschen aufkommt, setzt sich im Neuhochdeutschen ab dem 18. Jahrhundert durch.

noun Waise · Waisen

  1. minderjährige Person, die beide Eltern oder eines der Elternteile (durch Tod) verloren hat „Sie waren mir, dem Waisen, Vater und Mutter, sie waren mir, dem Geschwisterlosen, Bruder und Schwester.“

    Similar: Waisenkind, jüdisch, Jausem

  2. Verslehre keinen Reim aufweisende Verszeile innerhalb einer gereimten Strophe „Dieses Beispiel ist auch vom Strophenbau her eindrucksvoll: zwei Stollen aus Langzeilen mit Vagantenzeilenkadenzen steht ein dreizeiliger Abgesang aus Reimpaar und Waise in Schlußstellung gegenüber, und die Waise kehrt als Refrain in jeder Strophe wieder.“

    Similar: Waisenzeile

waise²

  • [ˈvaɪ̯zə]

Rhymes with aɪ̯zə

Where it comes from

Ableitung zum Substantiv Waise durch Konversion (Nullableitung, syntaktische Umsetzung)

adjective waise · waiser · waises · waisen

  1. von Menschen und Tieren beide Eltern oder eines der Elternteile (durch Tod) verloren habend „Es ist wahr: Ich bin wie das waise Kind am Anfang aller Tage: ohne jede Macht.“

    Similar: elternlos, mutterlos, vaterlos, verwaist

In English

  • orphan person whose (parent or) parents have died

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"waise." Wiktionary, via Micwyn, micwyn.com/word/de/waise. Accessed 6 Nov. 2026.

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waise. (n.d.). In Wiktionary, via Micwyn. Retrieved November 6, 2026, from https://micwyn.com/word/de/waise

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"waise." Wiktionary, via Micwyn. Accessed November 6, 2026. https://micwyn.com/word/de/waise.

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