da

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da¹

  • [daː]

Rhymes with aː

Where it comes from

Es handelt sich um zwei seit dem 8. Jahrhundert bezeugte Erbwörter aus dem Althochdeutschen, die im Spätmittelhochdeutschen zusammenfielen.

Die ersten beiden Bedeutungen gehen auf ein Wort zurück, dessen althochdeutsche Formen dā ^(→ goh), dār ^(→ goh) und thār ^(→ goh) lauteten (vergleiche altsächsisch thā̌r ^(→ osx), altenglisch þǣr ^(→ ang)), die im Mittelhochdeutschen dā ^(→ gmh) und dār ^(→ gmh) (vergleiche altfriesisch thē̌r ^(→ ofs), mittelniederdeutsch dār ^(→ gml), mittelniederländisch daer ^(→ dum) und dare ^(→ dum)) ergaben. All diese Formen gehen zurück auf (nicht belegtes, aber rekonstruiertes) westgermanisches *þǣr. Im Gegensatz dazu entstammen gotisches 𐌸𐌰𐍂 (þar) ^(→ got) und altnordisches þar ^(→ non) einer kurzvokalischen westgermanischen Form *þar (vergleiche schwedisch där ^(→ sv)). Beide westgermanische Formen sind eine Lokativ-Bildung auf -r zu dem (erschlossenen) indoeuropäischen demonstrativen Pronominalstamm *to- mit verschiedenen Ablautformen oder verschiedenen Vokalentwicklungen unter Sonderbedingungen wie dem Satztiefton (vergleiche altindisch … (tárhi) ^(→ sa) ‚damals‘). Das auslautende -r schwindet in solchen unbetonten Wörtern seit dem Mittelhochdeutschen (wenngleich allerdings im 15. bis 18. Jahrhundert eine vorübergehende Neubelebung von dar eintritt), sodass es vom Spätmittelhochdeutschen an zu einem formalen Zusammenfall mit dem nachfolgend unten behandelten zweiten Erbwort kommt. In Zusammenrückungen, etwa bei zusammengesetzten Pronominaladverbien, vor vokalischem Anlaut (wie »daran«, »darauf«, »darüber«; hier aber schon im Althochdeutschen Vermischung mit den entsprechenden Bildungen von althochdeutsch thara ^(→ goh) ‚dorthin‘, siehe »dar-«) hat sich das auslautende -r gehalten und gilt dort als „Hiattrenner“. Seit Beginn seiner Bezeugung im Deutschen wird das aus jenen Formen hervorgegange da auch als Konjunktion verwendet. Es leitet bis ins 18. Jahrhundert konditionale, konzessive und adversative Gliedsätze ein, in den älteren Sprachstufen außerdem Temporalsätze, doch geht diese Funktion im Neuhochdeutschen an das nachfolgend behandelte zweite Erbwort über.

Das zweite Erbwort, auf das die dritte und fünfte Bedeutung zurückgehen, reicht ebenfalls bis in althochdeutsche Zeit, für die die Form dō ^(→ goh) bezeugt ist (vergleiche altsächsisch thō ^(→ osx), altenglisch þā ^(→ ang)). Seine mittelhochdeutsche Form lautete unverändert dō ^(→ gmh) (vergleiche altfriesisch thā ^(→ ofs), mittelniederdeutsch dō ^(→ gml) und mittelniederländisch doe ^(→ dum)). Diese für das Westgermanische bezeugte Bildung ist entweder eine langvokalische (wohl instrumentale) Adverbialbildung (anders gotisches 𐌸𐌰𐌽 (þan) ^(→ got) ‚dann‘ sowie altnordisches þā ^(→ non) ‚da, damals‘ aus (erschlossenem) westgermanischen *þan, siehe »dann«), die sich wie das erste Erbwort an den (erschlossenen) indoeuropäischen demonstrativen Pronominalstamm *to- anschließt, oder eine Form, die ursprünglich wohl von dem Akkusativ Singular Femininum des Demonstrativpronomens (Artikels) ausgeht (vergleiche gotisches 𐌸𐍉 (þō) ^(→ got), altindisches … (tā́m) ^(→ sa), indoeuropäisches *tām), neben dem vielleicht ein feminines Substantiv mit der Bedeutung ‚Zeit‘ weggefallen ist. Die Lautform würde bei dieser Annahme zwar dem gotischen Pronomen 𐌸𐍉 (þo) ^(→ got), nicht aber dem althochdeutsch-altsächsischen entsprechen; diese unregelmäßige Lautentwicklung müsste durch einen Anschluss an das erste oben behandelte Erbwort erklärt werden. Seit dem 14. Jahrhundert erscheint mittelhochdeutsches dō ^(→ gmh) auch in der (Mitte des 16. Jahrhunderts allgemein geltenden) Form da. Die nun lautlich gleichen, ohnehin durch inhaltliche Gemeinsamkeiten (die Darstellung von Zeitverhältnissen basiert oft auf räumlichen Vorstellungen) verbundenen Adverbien ¹da und ²da werden nicht mehr klar geschieden. Als Konjunktion hat das hier auf das zweite Erbwort zurückgehende ²da zunächst temporalen Sinn (so schon althochdeutsch, jedoch nach Ende des 18. Jahrhunderts nur noch

adverb

  1. lokal; demonstrativ, jedoch weniger nachdrücklich als »dort« an dieser (etwas entfernten) Stelle, an jenem (etwas entfernten) Ort Das Buch liegt da.
  2. lokal; demonstrativ, jedoch weniger nachdrücklich als »dort« an dieser Stelle, an diesem Ort (an der/dem sich der Sprecher/die Sprecherin befindet oder auf den dieser/diese hindeutet) Kuckuck, da bin ich!
  3. temporal zu diesem Zeitpunkt, in diesem Moment Da versteinerte ihr Gesicht.
  4. modal unter dieser Bedingung, unter diesen Umständen Da kann man nichts machen.
  5. modal in dieser Hinsicht Da stimme ich Ihnen vollkommen zu.
  6. modal ein Gespräch eröffnend, eine Schilderung einleitend Da kommt doch plötzlich diese irre Frau auf unser Kind zugestürmt und fängt an, wüst zu pöbeln!

conjunction

  1. kausal leitet begründende oder erläuternde Gliedsätze ein, auf denen kein besonderer Nachdruck liegt Er ist verpflichtet Stillschweigen zu bewahren, da er Geheimnisträger ist.
  2. gehoben, outdated, temporal als Zu dem Zeitpunkt, da ich ihn hätte erreichen können, hatte ich vergessen, mich zu melden.
  3. temporal, mit kausalem Nebensinn leitet einen begründenden Gliedsatz ein Jetzt, da es beschlossen wurde, kommt euer Einwand zu spät.
  4. gehoben, kausal leitet einen Relativsatz ein „Es gab Fälle, da das Bett fünfzehn, auch zwanzigmal am Tage gebaut worden war, und Schulze stand dabei und riß es zum fünfzehnten oder zwanzigsten Male wieder ein.“
  5. outdated, kausal leitet einen konzessiven, adversativen Gliedsatz ein „Aber du biſt nachgebend und er nicht! Unverſehens wird er dich wegreiſſen, wirſt ein Sklave eines Edelmanns werden, da du Herr von Fuͤrſten ſeyn koͤnnteſt.“

abbreviation

  1. Deka-
  2. Deziar

DA²

abbreviation

  1. Kfz-Kennzeichen von Darmstadt
  2. Dienstanweisung
  3. Durchführungsanordnung
  4. Durchführungsanweisung

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"da." Wiktionary, via Micwyn, micwyn.com/word/de/da. Accessed 6 Nov. 2026.

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da. (n.d.). In Wiktionary, via Micwyn. Retrieved November 6, 2026, from https://micwyn.com/word/de/da

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"da." Wiktionary, via Micwyn. Accessed November 6, 2026. https://micwyn.com/word/de/da.

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