Papagei
Deutsch · Thesaurus
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Papagei
- [ˌpapaˈɡaɪ̯] standardsprachlich (Deutschland)
- [ˈpapaɡaɪ̯]
- [ˈpapaɡaɪ̯] standardsprachlich (Österreich)
- [ˈpapaɡ̊aɪ̯] standardsprachlich (Schweiz)
- [ˌpapaˈɡ̊aɪ̯]
Rhymes with aɪ̯
Where it comes from
[1] Das Wort soll unterschiedlichen Quellen zufolge entweder arabischen oder westafrikanischen Ursprungs sein:
Der ersten These zufolge liegt dem deutschen Wort das arabische بَبَّغَاء / بَبَغَاء (DMG: babbaġāʾ / babaġāʾ; vulgärarabisch: babbaġā, babġā)^(→ar) zugrunde, über dessen bis heute ungeklärte Herkunft sich offenbar schon früh arabische Philologen Gedanken gemacht haben. Der Universalgelehrte al-Ǧāḥiẓ jedenfalls meint in seinem enzyklopädischen Werk كتاب الحيوان (DMG: Kitāb al-Ḥayawān) ‚Buch der Tiere‘, mit der Bezeichnung würden die Laute nachgeahmt, die der Vogel von sich gibt.
Bis ins hohe Mittelalter kannte man im Mittelmeerraum anscheinend nur »Papageien« aus dem indischen Subkontinent. Dort sind sie in den ersten Jahrhunderten nach unserer Zeitrechnung vielfach bezeugt; Liebespaare aus vornehmen Kreisen sollen sich beispielsweise über »Papageien« Botschaften übermittelt haben. Aber schon in den Jahrhunderten nach den Zügen Alexanders der Große (um 330 vor unserer Zeitrechnung) gelangte der Vogel über hellenistische Herrscherhöfe ins Römische Reich, wo er als Luxusobjekt gehalten wurde. Der Naturforscher Plinius beschreibt einen grünen psittacus ^(→ la) (vergleiche »Sittich«) aus Indien, offenbar den Halsband- beziehungsweise Kleinen Alexandersittich, dem man durch Schläge auf den Kopf das Sprechen beibringen konnte — eine im Mittelalter in Europa wieder kolportierte Aussage:
„super omnia humanas voces reddunt, psittaci quidem etiam sermocinantes. India hanc avem mittit, siptacen vocat, viridem toto corpore, torque tantum miniato in cervice distinctam. imperatores salutat et quae accipit verba pronuntiat, in vino praecipue lasciva. capiti eius duritia eadem quae rostro. hoc, cum loqui discit, ferreo verberatur radio; non sentit aliter ictus. cum devolat, rostro se excipit, illi innititur levioremque ita se pedum infirmitati facit.“
In der islamischen Welt waren unter dem Namen بَبْغَآء / بَبَّغَآء (DMG: babġāʾ / babbaġāʾ)^(→ar) rote und grüne, später auch weiße Arten bekannt, die zuerst aus Indien, dann auch aus Afrika eingeführt wurden.
Im 9. Jahrhundert waren im Irak nur die Arten von »Papageien« bekannt, die auf dem Indischen Archipel heimisch sind. al-Danūri erwähnt neben den grünen und roten »Papageien«, eine Art mit weißer Haube und könnte somit auf den Weißhaubenkakadu oder Molukkenkakadu verweisen. Die Beliebtheit des Tieres ist beispielsweise daraus ersichtlich, dass ein Literat namens Abū 'l-Faraǧ ʿAbd al-Wāḥid ibn Naṣr unter dem Spitznamen أَلْبَبَّغَآء (DMG: al-Babbaġāʾ) bekannt und gefeiert wurde. Weitere Erwähnungen des Vogels finden sich in den Beschreibungen von Dichtern aus dem Orient; ihre ebenbürtigen Widerparte aus al-Andalus lassen mindestens bis zum 11. Jahrhundert den Vogel merklich auffällig unerwähnt.
Die abendländischen Europäer lernten den »Papagei« offenbar auf den Kreuzzügen kennen. Tatsächlich ist sein Name auch erst im Altfranzösischen, der Verkehrssprache der Kreuzfahrer, belegt. Die letzte Silbe der seit dem 12. Jahrhundert belegten altfranzösischen Form papegai ^(→ fro) ist dabei vermutlich an gai ^(→ fro) / jai ^(→ fro) ‚Eichelhäher; Häher: Elster‘ oder an gai ^(→ fro) ‚von Personen: fröhlich, heiter, munter, unbekümmert, schön, stattlich; von Farbe: bunt‘ volksetymologisch angeglichen beziehungsweise wurde zum Teil nach den altfranzösischen Reflexen von lateinisch gallus ^(→ la) umgebildet. Obwohl die Entsonorisierung des labialen Konsonanten ب (DMG: ‹b›) von بَبْغَآء / بَبَّغَآء (DMG: babġāʾ / babbaġāʾ)^(→ar) zu ‹p› bereits im Arabischen stattfand (vergleiche maghrebinisches papagás), wird sie auf byzantinische Vermittlung zurückgeführt. Das byzantinisch-griechische παπαγᾶς (papagas^☆) ^(→ grc) ist jedoch erst für das 14. Jahrhundert belegt. Es könnte allerdings der Ursprung von dem schon vor 1252 bezeugten italienischen pappagallo ^(→ it) sein.
Der erste deutsche Beleg stammt etwa aus dem Jahr 1210. In Gottfrieds von Straßburg »Tristan« wird beschrieben, wie Isolde im Festgewa
noun Papagoy · Mamagei · Papagei · Papageien
- vorwiegend in den Tropen beheimatete, oft auffällig farbiger Vogel mit stark nach unten gekrümmtem Schnabel und Kletterfuß, kann oft menschliche Sprache oder andere Geräusche nachahmen Auf den entflogenen Papagei wurde ein hoher Finderlohn ausgesetzt.
-
zumeist (auf einen Pfahl, Mast oder dergleichen) aufgestecktes, aus Holz oder Pappe und in (stilisierter) Form eines Vogels gefertigtes Ziel (Schützenvogel), nach dem geschossen wird
„Brust, Flügel und Leib dieses Papagei, der als solcher nicht zu verkennen ist, tragen wie beim Wernigeröder Vogel Königsschildchen, nur daß wie bei dem Vogel auf Blatt 1 die Schildchen nachträglich am Vogel befestigt sind, während beim Wernigeröder Kleinod Wappen, Namen und Jahre gleich mit dem Vog
Similar: Adler
- jedweder Vogel, der zum Sprechen abgerichtet werden kann
- schwatzhafte Person, die nur Vorgesagtes oder Gehörtes nachspricht (ohne es inhaltlich erfasst zu haben) „Jack war ein Papagei. Er sprach gern nach.“
- begleitender Assistent höherer Vorgesetzter
- Schauspieler, der sich nur an den Wortlaut des Textbuches hält, aber nicht zu improvisieren vermag „Im 19. Jahrhundert spitzte sich die Debatte dahingehend zu, dass behauptet wurde, der Schauspieler sei höchstens ein brillanter Kopist, nicht viel mehr als ein ‚Papagei[…]‘ – wie sich Constantin Coquelin in seiner Schrift Die Kunst und der Schauspieler (1883) beschwerte.“
-
Schüler, der die Klasse wiederholen muss
Similar: Repetent
- weibliche Person, die stark geschminkt ist „Sie beobachtete aufmerksam die Frauen, die um sie herumsaßen. Sie studierte ihre Kleider, und sie forschte in ihren Gesichtern nach derselben Erwartung, die in ihr war. Sie fand sie nicht. Sie fand böse, ältliche Papageien, die zu stark geschminkt waren und aus faltigen, lidlosen Augen auf die jüng
- Frau mit auffälliger Bekleidung „Manche Mitbewohner stört es, wie sich Frau Riedel ‚aufgetakelt‘, in ‚grelle‘ Farben gekleidet, meist mit breitrandigem Hut, sehen lässt. […] In der Dokumentation steht zu lesen, dass einige Bewohner gehässig von ihr als ‚der Papagei‘ sprechen.“
- Ehefrau, die geschmacklos und übertrieben gekleidet ist und daher als hässlich empfunden wird
- rheinisch südhessisch schwatzhaftes beziehungsweise geschwätziges Weib
- südhessisch jemand, der andere nachahmt
-
südhessisch jemand, der alles nachspricht
Similar: Libelle, Wasserjungfer
- rheinisch am Wasser lebendes, stabförmiges Raubinsekt mit vier nicht faltbaren Flügeln
In English
- parrot kind of bird
Talk about this word "Papagei." Wiktionary, via Micwyn, micwyn.com/word/de/papagei. Accessed 6 Nov. 2026. Papagei. (n.d.). In Wiktionary, via Micwyn. Retrieved November 6, 2026, from https://micwyn.com/word/de/papagei "Papagei." Wiktionary, via Micwyn. Accessed November 6, 2026. https://micwyn.com/word/de/papagei.Cite this
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