schwimmen

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schwimmen¹

  • [ˈʃvɪmən] standardsprachlich gemeindeutsch
  • [ˈʃvʏmən] standardsprachlich vor allem in Mittel und Norddeutschland auch
  • [ˈʒ̊vime̝n] standardsprachlich in Österreich auch
  • [ˈʃvɪmːən] standardsprachlich in der Schweiz auch
  • [ˈʃvimːən]

Rhymes with ɪmən, ʏmən

Where it comes from

Es handelt sich um ein seit dem 8. Jahrhundert bezeugtes Erbwort, dessen althochdeutsche Form swimman ^(→ goh) und dessen mittelhochdeutsche Form swimmen ^(→ gmh) lauteten. Diesen liegt ein (nicht belegtes aber erschlossenes) germanisches starkes Verb *swemm-a- beziehungsweise *swimman zugrunde, auf das ebenfalls mittelniederdeutsches (stark und schwach) swemmen ^(→ gml) / swommen ^(→ gml) / swummen ^(→ gml), mittelniederländisches swemmen ^(→ dum), altfriesisches swimma ^(→ ofs) / swomma ^(→ ofs), swumma ^(→ ofs) und swommia ^(→ ofs), altenglisches swimman ^(→ ang), altnordisches svimma ^(→ non) / svima ^(→ non) und symja ^(→ non), niederländisches zwemmen ^(→ nl), englisches swim ^(→ sv) sowie schwedisches simma ^(→ sv) zurückgehen. Das germanische Verb bildet zusammen mit seinem westgermanischen Kausativ (siehe die unter schwemmen genannten Formen), einigen ablautenden Wörtern (zum Beispiel mittelhochdeutsches swamen ^(→ gmh) ‚schwimmen‘, mundartlich norwegisches svamla ^(→ no) und sumla ^(→ no) ‚plätschern‘, sowie schwedisches svamla ^(→ sv) ‚faseln‘, eigentlich ‚herumplätschern‘) und mit dem germanischen Suffix -sla- abgeleitetes gotisches 𐍃𐍅𐌿𐌼𐍆𐍃𐌻 (swumfsl) ^(→ got) n ‚Teich‘ eine Wortgruppe, deren außergermanische Beziehungen nicht geklärt sind. Überhaupt ist die Herkunft des germanischen Verbs unklar. Das indoeuropäische Verb für schwimmen beruht auf die (erschlossene) indoeuropäische Form *snā-, die im Keltischen eine indoeuropäische Variante *snem- hat (vergleiche altirisches snaid ^(→ sga) und kymrisches nofio ^(→ cy). Da aufeinanderfolgende m und n im Germanischen häufig dissimiliert werden, ist eine Herleitung von germanisch *swemm- aus indoeuropäisch *snem- nicht ausgeschlossen, wobei die Herkunft der Geminate jedoch unklar bleibt.

Die Hauptbedeutung ‚sich im Wasser fortbewegen‘ gilt von Anfang an, und zwar ursprünglich nur vom Menschen, später dann auch von Tieren und Gegenständen. Seit dem 18. Jahrhundert erscheint es häufig mit Bezug auf Auge und Sehvermögen im Sinne von ‚unklar sichtbar sein, undeutlich werden; in der Ferne als Bild zerfließen, ineinanderfließen‘ (Bedeutung 14). Bedeutung 15 scheint Grimm zufolge von dem alten Verb schweimen ‚ohnmächtig werden‘ beeinflusst zu sein. Bedeutung 16 im Sinne von ‚sich unsicher fühlen; den Text nicht beherrschen‘ ist theatersprachlich seit dem frühen 19. Jahrhundert bezeugt und beruht auf der Vorstellung, dass der Darsteller ‚keinen festen Boden unter den Füßen‘ mehr hat und ‚sich über Wasser halten‘ will, wobei er die fehlenden Wort durch schwimmartige Armbewegungen ersetzt. Im Sinne von ‚im Wissensstoff unsicher sein; kein sicheres Wissen besitzen‘ ist sie ab 1900 studenten- und schülersprachlich bezeugt. Bedeutung 17 und 18 sind ab 1920 bezeugt, wobei die Übertragung für Bedeutung 18 auf der Vorstellung fußt, dass man verzweifelte Schwimmbewegungen macht, um ‚sich über Wasser zu halten‘.

verb schwimme · schwimmst · schwimmt · schwamm · schwomm · schwämme

  1. auxiliary verb, intransitive sich im Wasser aus eigener Kraft (durch Bewegung der Extremitäten) fortbewegen „Sie streichelten zwar ihre Strohhaare, bewegten Körper und Beine, als schwömmen sie in einem zähen Wasser, aber ihre Gesichter waren auch nicht zum Schein bei der Sache, die starrten, teils ängstlich, teils frech, zu den Gästen herauf.“

    Similar: rinnen, rudern

  2. auxiliary, auxiliary verb, intransitive sich zum Vergnügen, zur sportlichen Betätigung oder dergleichen im Wasser fortbewegen „Du mochtest im Sumpfe nicht schwimmen. Komm nun, komm, und laſs uns baden in offener See!“
  3. auxiliary verb, intransitive sich selbsttätig im Wasser irgendwohin bewegen „Sie schwamm bis zu den Terrassen der Fasanerie, vertraute sich ganz dem Rhythmus ihrer Arme und Beine an, zerschlug mit weiten Schwüngen das Spiegelbild der Putten auf dem See und fühlte sich wieder glücklich in diesem faulen Sommer.“
  4. auxiliary, intransitive, Transportwesen auf dem Wasserweg mithilfe eines Transportmittels irgendwohin bringen, schaffen „243 Millionen Tonnen Fracht schwimmen pro Jahr über den Rhein.“
  5. auxiliary, auxiliary verb, intransitive eine bestimmte Strecke selbsttätig im Wasser zurücklegen „Sie ging auf den Balkon und blickte hinunter zum Swimmingpool, in dem ein Mann seine Bahnen schwamm.“
  6. auxiliary verb, intransitive, transitive Schwimmsport betreiben; an einem Schwimmwettkampf teilnehmen „Ich bin in zahllosen Staffeln geschwommen, habe viele Jahre hart die verschiedensten Disziplinen trainiert, mich schließlich auf Marathonstrecken im Freistil spezialisiert und regelmäßig halbe Tage im Wasser verbracht, so lange, bis der klatschende Rhythmus des Schlagarms, das Einholen und Hinausst
  7. auxiliary, auxiliary verb, intransitive, transitive in einem Schwimmwettkampf mit einer bestimmten Zeit ins Ziel kommen „Als Drittplazierte schwommen Reiner Bergen (100 m Rücken), Sven Fallait (50 m Freistil) und Sabrina Kambeck (200 m Lagen) durch das Ziel.“
  8. auxiliary, auxiliary verb, intransitive, transitive in einem Schwimmwettkampf eine bestimmte Strecke (in einem bestimmten Stil) zurücklegen „Die ersten vierhundert, fünfhundert Meter vielleicht schweifte der Blick auf die benachbarte Bahn und den das Wasser dreschenden Konkurrenten, doch dann schwammen wir blind, Kopf unter Wasser.“
  9. auxiliary, auxiliary verb, intransitive, rare, auch von einer Flüssigkeit an deren Oberfläche getragen werden Öl schwimmt auf Wasser.
  10. auxiliary verb, intransitive sich in einem bestimmten Stil im Wasser irgendwohin bewegen Ein Baumstamm schwimmt den Fluss hinab.
  11. auxiliary, intransitive bedeckt sein von einer Flüssigkeit „Wir haben einen Rohrbruch in der Wasserleitung, die ganze Küche schwimmt schon…“
  12. auxiliary, intransitive (von einer Flüssigkeit) auf, in etwas sein „Die Stehtheke iſt ein Blechtiſch, auf dem ein wenig Bier ſchwimmt.“
  13. auxiliary, intransitive überreichlich haben; ausgiebig genießen „Sie müssen wissen, daß ich nicht gewöhnt bin, im Überfluß zu schwimmen.“
  14. auxiliary verb, intransitive undeutlich, unscharf, verschwommen sichtbar sein; undeutlich, unscharf, verschwommen werden Ich hatte Kreislaufstörungen und mir schwamm alles vor den Augen.
  15. auxiliary verb, intransitive in einem Zustand sein, in dem alles diffus und wirr ist „509 fühlte, daß sein Kopf schwamm, als hätte er getrunken.“
  16. auxiliary, colloquial, intransitive eine bestimmte Situation nicht (mehr) kontrollieren, nicht (mehr) bewältigen können; eine bestimmte Fähigkeit (noch) nicht vollkommen oder (zunächst nur) unsouverän beherrschen, zu etwas (noch) nicht imstande sein; unsicher sein Gegen Ende seines Vortrages begann er zu schwimmen.

    Opposite: können, meistern, draufhaben

  17. auxiliary, auxiliary verb, intransitive, Sportjargon nicht als geschlossene Mannschaft spielen „‚Ich bin nicht so zufrieden, wie es das Ergebnis vermuten lässt‘, sagte Trainer Ottmar Hitzfeld, ‚es war nicht so einfach, der KSC hat ziemlich Druck gemacht.‘ Über Görlitz. Über Porcello. Über Kapllani. Die Bayern schwommen.“
  18. auxiliary, auxiliary verb, colloquial, intransitive kein Geld besitzen, ohne Geldmittel sein ‚Nachdem er die letzte Nacht im Schwelmer Übernachtungsheim zugebracht und die Nacht vorher am Bahnhof Platte gemacht hatte, rief er am Morgen des Interviewtags beim Sozialamt an und erklärte, daß er sich wohnsässig machen und Arbeit annehmen möchte. […] Norbert sagte, daß er total ‚am Schwimmen‘ se

Similar: paddeln, schwatteln · Opposite: ertrinken, sinken, untergehen, absaufen

Schwimmen²

  • [ˈʃvɪmən]

Rhymes with ɪmən

Where it comes from

Ableitung des Substantivs vom Verb schwimmen durch Konversion

noun Schwimmen · Schwimmens

  1. Sportart, bei der man sich ohne Hilfsmittel auf dem/im Wasser fortbewegt Schwimmen kräftigt die Rückenmuskulatur.

    Similar: Schwimmsport

Thesaurus

verb

Similar: paddeln, schwatteln · Opposite: ertrinken, sinken, untergehen, absaufen

In English

  • swim move through water
  • float to be supported by a liquid
  • swimming human activity of moving oneself through water
  • dip short swim to refresh
  • waft to be moved on a buoyant medium
  • flotation a state of floating

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"schwimmen." Wiktionary, via Micwyn, micwyn.com/word/de/schwimmen. Accessed 6 Nov. 2026.

APA

schwimmen. (n.d.). In Wiktionary, via Micwyn. Retrieved November 6, 2026, from https://micwyn.com/word/de/schwimmen

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"schwimmen." Wiktionary, via Micwyn. Accessed November 6, 2026. https://micwyn.com/word/de/schwimmen.

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