feder

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Feder¹

  • [ˈfeːdɐ]

Rhymes with eːdɐ

Where it comes from

Es handelt sich um ein Erbwort, das über die mittelhochdeutschen Formen veder ^(→ gmh) / vëder ^(→ gmh) und vedere ^(→ gmh) / vëdere ^(→ gmh) (vergleiche mittelniederdeutsches vēder ^(→ gml) und vēdere ^(→ gml), mittelniederländisches vēder ^(→ dum) und vēdere ^(→ dum), altfriesisches fethere ^(→ ofs)) auf das seit dem 10. Jahrhundert eigenständig und seit dem 8. Jahrhundert als Grundwort (slegifedara ^(→ goh)) bezeugte althochdeutsche fedara ^(→ goh) (vergleiche altsächsisches feðara ^(→ osx) und feðera ^(→ osx), altenglisches feðer ^(→ ang) / fæðer ^(→ ang) und feþer ^(→ ang) sowie altnordisches fjǫðr ^(→ non)) zurückgeht. All diese Formen entstammen der (erschlossenen) germanischen Form *fed(u)rō (*feþrō) f ‚Feder‘, einer Zugehörigkeitsbildung zur (erschlossenen) indoeuropäischen Form *petor/n- ‚Flügel‘, die ihrerseits auf die (erschlossene) indoeuropäische Wurzel *pet(ə)- ‚auf etwas los- oder niederstürzen; hinschießen; fliegen; fallen‘ beruht.

Aus dieser Wurzel gingen ebenfalls hervor altindisches पतति (IAST: pátati) ^(→ sa) ‚fliegt, schwebt; fällt‘ und … (IAST: pataráḥ) ^(→ sa) ‚fliegend‘; altgriechisches πέτομαι (petomai^☆) ^(→ grc) ‚fliegen‘, πέτεσθαι (petesthai^☆) ^(→ grc) ‚fliegen‘, πτῆσις (ptēsis^☆) ^(→ grc) ‚Flug‘, πτῶσις (ptōsis^☆) ^(→ grc) ‚Fall‘, πτερόν (pteron^☆) ^(→ grc) ‚Feder, womit man fliegt; Flügel, Fittich‘; lateinisches penna ^(→ la) [altlateinisch pesna, aus *petnā] ‚Feder; Flügel, Schwinge‘. Der r/n-Stamm für ‚Flügel‘ findet sich in hethitischem 𒁁𒋻 (Kloekhorst/CHD: ^((UZU))pattar/pettar/pittar) ^(→ hit) ‚Flügel‘ sowie abgeleitet in altindischem पतंगा (IAST: pataṅgá-) ^(→ sa) m ‚fliegend; Vogel‘ und kymrischem adar ^(→ cy) ‚Vogel‘ neben kymrischem adain ^(→ cy) ‚Flügel‘.

Feder als Schreibgerät beruht darauf, dass früher mit den Kielen von Schwungfedern geschrieben wurde (etwa seit dem 5. Jahrhundert; vorher schrieb man mit Rohr; in Glossenhandschriften des 10./11. Jahrhundert wird lateinisches calamus ^(→ la) als Schreibgerät teils mit rora ^(→ goh), teils mit fedara ^(→ goh) übersetzt). (Vom 16. Jahrhundert an wurden teilweise auch die Bleistifte (Blei-)Federn genannt.) Als Bezeichnung für den zum Schreiben angeschnittenen Federkiel geht Feder auch auf das später (um 1800) aus Metall hergestellte Schreibwerkzeug über.

Die 7. Bedeutung gehe, Kluge zufolge, vermutlich auf die Wagenfederung mit Lagen von Blattfedern zurück, die entfernt wie Teile von Vogelfedern aussahen. Er räumt allerdings ein, dass das Wort in dieser Bedeutung bereits seit dem 16. Jahrhundert bezeugt ist, die Sache selbst jedoch erst im 17. Jahrhundert üblich wird – sie müsse also ein anderes Vorbild gehabt haben: vielleicht bei Schleuderwaffen wie etwa einer Armbrust. Bei Uhrfedern, die es etwas früher gegeben hat, lasse die Form den Bedeutungsübergang ungeklärt. Dementgegen vermutet Maher eine Rückbildung aus Federung (über mittelhochdeutsches viderinc ^(→ gmh) m aus althochdeutschem fidering ^(→ goh) [vermutlich auch m], ursprünglich ‚Schleuder, Wurfriemen‘, das wohl auf ein (erschlossenes) indoeuropäisches Adjektiv *petro- ‚fliegend‘ zurückgeht). Pfeifer zufolge dürfte die Elastizität der Vogelfeder als Anregung für die Übertragung der Bezeichnung auf die elastischen Vorrichtungen im technischen Bereich gedient haben.

Die in Österreich gebräuchliche umgangssprachliche 17. Bedeutung ist ab 1920 bezeugt und eine Übertragung aus der Jägersprache, wo Feder den ‚Schwanz des Hasen‘ (siehe 12. Bedeutung) bezeichnet.

noun Feder · Federn

  1. aus der Haut von Vögeln wachsendes, aus Keratin bestehendes Gebilde mit einer Art hornigem Stiel (dem sogenannten »Kiel«), von dem aus sich feine rippen- oder fadenartige Verästelungen (die sogenannte »Fahne«) abzweigen, und die Gesamtheit dieser Gebilde das Gefieder bildet „Du häßlicher Vogel, wirst du einst

    Opposite: Borste, Haar, Schuppe, Stachel

  2. früher aus dem Kiel von [1] gefertigtes Gerät zum Schreiben und Zeichnen „Ich flirrte jeden Augenblick zur Thür hinaus, aus Angſt, der Schulmeiſter möge aufwachen, draußen machte ich meinen Reim und ſchlich wieder auf den Zehen herbei, um ihn mit einer einſeitigen Feder, die wahrſcheinlich mit dem Brodkneip zugeſchnitten war, aufzuſchreiben, zuletzt nahm ich das blaue Ba

    Similar: Federkiel

  3. (zumeist elastisches, metallenes) spitz zulaufendes Plättchen zum Einsetzen in einen Federhalter, das dem Schreiben (mit Tinte) und dem Zeichnen (mit Tusche) dient; auch diese Art von Plättchen an einem Füller „Er tauchte die Feder in das Tintenfass, in dem so viele Fliegenleichen herumschwammen, […].“
  4. Federhalter samt dem unter [3] beschriebenen Plättchen „Und dann folgte die mit der Feder gezogene und übrigens in geringen Schwankungen verlaufende Wärmekurve nebſt ziffernmäßigen Angaben über die Häufigkeit von Bauſchans Puls.“

    Similar: Federhalter

  5. Österr., Südostdeutschland Schreibgerät mit einem kleinen Behälter für Tinte, der das Schreiben über einen längeren Zeitraum ermöglicht „Mit einer Füllfeder sei nun einmal ein besonders schönes Schriftbild zu erzielen. Manche Kinder würden allerdings von sich aus viel zu früh einfordern, mit der Feder schreiben zu dürfen.“

    Similar: Füller, Federhalter, Füllfeder, Federstiel, Fülli

  6. Art und Weise des schriftlichen Ausdrucks, Stils „Es gab Leute, die mit lockerer Feder ihre höchst liberalen Ansichten kundtaten.“
  7. (zumeist spiraliges oder blattförmiges) Bauteil, das durch elastische Verformung mechanische Energie speichert und wieder abgibt, indem es Druck oder Zug, Biegung oder Dehnung aushält und abfängt oder ausübt Mechanische Uhren haben eine Feder, die man spannt, wenn man die Uhr aufzieht.
  8. special, Handwerk, Tischlerei (dünne) Leiste, die an einem (dickeren) Brett übersteht oder angefügt wird, um in eine rinnenartige Vertiefung (der sogenannten »Nut«) eines anderen Brettes zur Schaffung einer Verbindung eingepasst zu werden Es war nicht besonders schwierig, den Bauteil mit der Feder in die entsprechende Nut des benachbarten Bauteils einzufügen.

    Similar: Spund

  9. special, Handwerk, Tischlerei in rinnenartige Vertiefungen zweier benachbarter Bretter hineinschiebbare Leiste Es war langwierig, eine Feder zu fräsen, die exakt in die Nuten der zu verbindenden Bauteile eingefügt werden konnte.
  10. Jägersprache, zumeist, iPl am Rückgrat von Wildschweinen befindliche Borste „Die langen Federn auf dem Rücken zeigten eine breite Lücke, denn dort hatte ihn [den Basse] eine Kugel gefaßt; […].“
  11. Jägersprache, zumeist, iPl am Rückgrat des Schalenwildes befindliche abstehende Wirbelknochen; auch die Rippe oder (beim Zerlegen) das Rippenstück selbst Die Kugel passierte zwischen zwei Federn des Rothirsches und schlug dann in einen Baum ein.
  12. Jägersprache Schwanz des Hasen Es gibt weltweit verschiedene Arten von Hasen und Kaninchen, aber im Allgemeinen haben sie alle einen kleinen, buschigen Schwanz, auch Blume oder Feder genannt.

    Similar: Blume

  13. Jägersprache eine Art Spieß zum Töten des Schalenwildes Heutzutage wird die Feder (auch Saufeder genannt) vornehmlich bei Drückjagden benutzt.

    Similar: Saufeder, Sauspieß

  14. Bergmannssprache keilförmiges Werkzeug aus Eisen, das in große Wände getrieben wird Früher wurden Federn im Abbau zerklüfteter Bereiche in sehr schmale Risse und Spalten getrieben.

    Similar: Federkeil

  15. Bergmannssprache einer der Holzspäne, die an einem speziellen Holzscheit (dem sogenannten »Bart«) abgehoben wurden, der beim Feuermachen ganz nach unten gelegt wird und so als eine Art Zunder dient Um ein Feuer zu machen, brauchte der Bergmann zwei bis drei Handvoll feiner Späne, die er Federn nannte.
  16. Bergmannssprache Bergmann, der nur eine theoretische Ausbildung durchlaufen hat, insbesondere ein mit Schreibarbeiten betrauter Bergbeamter Zu dieser Zeit war er Feder, ein Bergbeamter, der sich in die Praxis des Bergbauwesens noch nicht eingearbeitet hat.

    Similar: Bergmann von der Feder · Opposite: Bergknappe, Bergmann vom Leder

  17. colloquial, Österr. männliches Geschlechtsorgan Ich habe keine Ahnung, warum die Österreicher den Penis Feder umgangssprachlich nennen. Vielleicht weil Feder auch „Schwanz“ bedeuten kann?

Opposite: Nut

proper noun Feeder · F. · Federer · Federl · Federle · Federlein

  1. deutschsprachiger Nachname, Familienname Frau Feder ist ein Genie im Verkauf.

feder²

  • [ˈfeːdɐ]

Rhymes with eːdɐ

verb federe · fedre

  1. active, imperative, present, singular 2. Person Singular Imperativ Präsens Aktiv des Verbs federn
  2. active, indicative, present, singular 1. Person Singular Indikativ Präsens Aktiv des Verbs federn

Thesaurus

noun

Opposite: Nut

In English

  • spring device made of flexible material
  • pen writing tool
  • feather branching, hair-like structure that grows on the bodies of birds
  • dowel a pin fitting into holes, partly in one piece and partly in the other to keep th
  • plume feather of a bird, especially a large or showy one used as a decoration — see al
  • pinna feather, wing, fin or similar appendage
  • quill pen made of feather

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"feder." Wiktionary, via Micwyn, micwyn.com/word/de/feder. Accessed 6 Nov. 2026.

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feder. (n.d.). In Wiktionary, via Micwyn. Retrieved November 6, 2026, from https://micwyn.com/word/de/feder

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"feder." Wiktionary, via Micwyn. Accessed November 6, 2026. https://micwyn.com/word/de/feder.

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