ob
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ob¹
- [ɔp]
- [oːp] in Bayern und Österreich auch
Rhymes with ɔp, oːp
Where it comes from
Die Konjunktion geht über die mittelhochdeutschen Formen ob ^(→ gmh), obe ^(→ gmh) und op ^(→ gmh) (frühmittelhochdeutsch auch ube ^(→ gmh)) ‚ob; wenn (auch)‘ auf die seit dem 8. Jahrhundert bezeugte althochdeutsche Form ibu ^(→ goh) sowie auf spätere (entweder durch Veränderung und Umstellung der Vokale oder auf einer anderen Grundform beruhenden) Varianten wie ibi ^(→ goh), ubi ^(→ goh), ube ^(→ goh) und oba ^(→ goh) zurück. All diese Formen lassen sich etymologisch vergleichen mit altsächsischem ef ^(→ osx) und of ^(→ osx), mittelniederdeutschem of ^(→ gml), ef ^(→ gml) sowie (durch Vermischung mit den mittelniederdeutschen Formen für oder) oft ^(→ gml) / ofte ^(→ gml) und eft ^(→ gml) / efte ^(→ gml) ‚ob; wenn‘, altniederfränkischem of ^(→ odt) ‚wenn‘, mittelniederländischem of ^(→ dum) und jof ^(→ dum) ‚ob; wenn (auch)‘, niederländischem of ^(→ nl) ‚ob; als‘, altfriesischem ief ^(→ ofs) / ef ^(→ ofs), gef ^(→ ofs), iof ^(→ ofs) / of ^(→ ofs) und ieft ^(→ ofs) ‚wenn‘, altenglischem gif ^(→ ang), englischem if ^(→ en) ‚ob; wenn (auch)‘, altnordischem ef ^(→ non) und if ^(→ non) ‚wenn‘ sowie gotischem 𐌹𐌱𐌰𐌹 (ibai) ^(→ got), 𐌹𐌱𐌰 (iba) ^(→ got) ‚ob denn, etwa, wohl, dass nicht‘.
Die im Germanischen bezeugten Verwendungen scheinen auf eine den Zustand der Ungewissheit kennzeichnenden Partikel schließen zu lassen, deren Herleitung jedoch unklar bleibt. Der Wortanfang lässt wahrscheinlich den (erschlossenen) indoeuropäischen Pronominalstamm *e-, *i- (mit ursprünglich demonstrativer Funktion; siehe er, es) erkennen, doch weisen die westgermanischen Formen mit j-, i- und g-Anlaut, die gotischem 𐌾𐌰𐌱𐌰𐌹 (jabai) ^(→ got) ‚wenn‘ entsprechen, auf Einflüsse des (erschlossenen) indoeuropäischen Relativstamms *i̯o-. Der zweite, mit einem Labial beginnende Wortteil könnte wie enklitisches gotisches 𐌱𐌰 (ba) ^(→ got) ‚wenn‘ zu awestischem 𐬠𐬁 (bā) ^(→ ae) ‚fürwahr‘, altgriechischem φή (phē^☆) ^(→ grc) / φῆ (phē^☆) ^(→ grc) ‚wie, gleichwie‘, armenischem բա (ba^☆) ^(→ hy) und բաի (bai^☆) ^(→ hy) ‚gewiss, freilich‘, altslawischem бѡ (bo) ^(→ cu) ‚denn; nun; also‘ und litauischem ba ^(→ lv) ‚denn, ja‘ gestellt und an die (erschlossene) indoeuropäische Beteuerungs- und Hervorhebungspartikel *bhē̌, *bhō̌ angeschlossen werden, falls nicht (erschlossenes) indoeuropäisches *bhō(u) ‚beide‘ (zweites Glied von indoeuropäischem *ambhō(u); siehe beide) zugrunde liegt.
Im Deutschen eröffnet die Konjunktion seit den frühesten Zeugnissen abhängige Fragesätze, mit denen Zweifel an der Wahrheit eines Sachverhalts oder Streben nach Gewissheit zum Ausdruck gebracht werden; dabei wird (schon im Mittelhochdeutschen) der regierende Satz gelegentlich erspart, so vor allem bei verwundertem Wiederholen des Wortlauts einer absurden Frage (Ob ich diese Stadt kenne? Ich bin ja dort aufgewachsen.), woraus sich wiederum umgangssprachliches und ob als nachdrückliche Bejahung einer Entscheidungsfrage erklärt. Konditionaler Gebrauch ist im Althochdeutschen und Mittelhochdeutschen üblich, seit frühneuhochdeutscher Zeit wird ob jedoch in diesem Sinne zunehmend durch wenn verdrängt und begegnet im 18., 19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert nur noch vereinzelt; es bleibt lebendig in der mittelhochdeutschen und neuhochdeutschen Verbindung als ob ‚wie wenn‘ (bei angenommenem Vergleich, wo im Mittelhochdeutsch ob ^(→ gmh) / obe ^(→ gmh) beziehungsweise als ^(→ gmh) / alsō ^(→ gmh) auch allein stehen kann). In den ältesten deutschen Sprachstufen ermöglicht die Konjunktion außerdem den Anschluss von Konzessivsätzen; später tritt häufig ein die Einräumung verdeutlichendes Adverb hinzu, das im Neuhochdeutschen mit ob zusammenwächst und allenfalls in feierlich-altertümlicher Rede noch abgetrennt wird. Daher die zusammengesetzten Konjunktionen obwohl (17. Jahrhundert), älter obwoln, ob wol (16. Jahrhundert), ob(e) … wol(e) (15. Jahrhundert); obgleich (16. Jahrhundert), bis ins 18. Jahrhundert daneben ob gleich, ob … gleich (16. Jahrhundert); obschon (16. Jahrhundert), bis ins 18. Jahrhundert au
conjunction
- leitet indirekte Fragesätze sowie Ungewissheit, Zweifel oder dergleichen ausdrückende Nebensätze ein (in Form von Subjekt-, Objekt- und Attributsätzen) Fragesatz: Er wollte wissen, ob wir einen Hund besitzen.
- auch / selbst / sogar unter der Bedingung, Voraussetzung, dass… ; auch / selbst / sogar für den Fall, dass… „Noch liebte Chiano Concita, ob er schon anfing, sie zu hassen, Concita liebte Chiano nicht mehr, ob sie noch davor bangte, ihn zu verlieren.“
- ungeachtet der Tatsache, dass… ; wenn auch… „Aber dieſe Form zu beſtimmen darf darum nicht ſofort als ein Geſchaͤft des goͤttlichen Geſetzgebers angeſehen werden, vielmehr kann man mit Grunde annehmen, der goͤttliche Wille ſey: daß wir die Vernunftidee eines ſolchen gemeinen Weſens ſelbſt ausfuͤhren, und ob die Menſchen zwar manche Form einer
- verbindet in der Regel zwei, seltener auch mehr als zwei Möglichkeiten, die für das Hauptgeschehen jedoch belanglos sind – im Sinne von: kann, mag sein (dass) … oder (dass), sei es (dass) … sei es (dass), sei es (dass) … oder (dass) „Nun, ob man meinen Zustand nun Liebe nennen oder ihn mit irgendeinem neumodischeren Ausdruck bezeichnen will, so mit irgendetwas aus der Psychologie, in jedem Falle hatte Jerome sich alle meine Gedanken untertan gemacht.“
- es gehe, handele sich um … oder um, sei es … sei es, sei es … oder „Sie gab die Stellung in der Transportkaserne auf, zog in ein anderes Haus, wo andere Mädchen mit anderen Männern verkehrten, lebte mit Washington zusammen, war ihm treu, obwohl sich ihr nun viele, ja ungezählte Gelegenheiten zum Beischlaf ergaben, denn jedermann, ob Schwarz ob Weiß, Deutscher oder
preposition
- begründet, veranlasst durch „Ob solch unmönchischen Verhaltens zur Rede gestellt, antwortete er, dies sei der beste Weg, des Menschen Herz zu studieren.“
-
weiter oben (als das Vergleichsobjekt) befindlich
„Vor bald dreissig Jahren entfloh Gübi Luck dem hektischen Leben als Ingenieur und Firmeninhaber. Seither wohnt er abgeschieden ob Chur. Sein grösster Reichtum: Zeit.“
Similar: oberhalb, über, ober · Opposite: nied, nid, unter, unterhalb
- drückt aus, dass ein Vorgang gleichzeitig zu einem anderen abläuft „Jhr habt ja immer das liebe Gebet uͤber alle Haͤuſſer hinausgeworffen, habt mir ſo manche Poſtill und Bibelbuch an den Kopf gejagt, wenn ihr mich ob dem Beten ertapptet —“
Ob²
- [ɔp]
Rhymes with ɔp
proper noun Ob · Obs
- westsibirischer Strom, der in Südsibirien entspringt und über den Obbusen in die Karasee mündet Nowosibirsk, die drittgrößte Stadt Russlands, liegt am Ob.
OB³
- [oːˈbeː]
abbreviation
noun OB · OBs
- Oberbürgermeister Unser OB ist zurückgetreten.
noun OB · OBs
- Oberbürgermeisterin „Ausführlich seien die Bürger in das Gestaltungskonzept eingebunden gewesen, nicht nur mit einer schriftlichen Befragung, hob die OB hervor.“
In English
- whether if, whether or not
- if whether
- Ob river in Russia
- commander-in-chief supreme commander of the armed forces of an entire country
Talk about this word "ob." Wiktionary, via Micwyn, micwyn.com/word/de/ob. Accessed 6 Nov. 2026. ob. (n.d.). In Wiktionary, via Micwyn. Retrieved November 6, 2026, from https://micwyn.com/word/de/ob "ob." Wiktionary, via Micwyn. Accessed November 6, 2026. https://micwyn.com/word/de/ob.Cite this
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