orange
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Orange¹
- [oˈʁɑ̃ːʒə]
- [oˈʁaŋʒə] auch
- [oˈʁanʒə] auch
- [oˈʁanʒ̊ə] auch
- [ˈoʁanʒ̊ə] zumeist
- [oˈʁɑ̃ːʃ]
- [oˈʁaŋʃ] auch
- [oˈʁanʃ] auch
- [ˈoʁanʃ] zumeist
Rhymes with ɑ̃ːʒə, ɑ̃ːʃ
Where it comes from
Das Wort Orange bezeichnet im Deutschen zwei Arten der ursprünglich aus Südostasien stammenden Zitrusgewächse: die süße Apfelsine (Citrus sinensis) und – wenngleich selten – die Bitterorange oder Pomeranze (Citrus × aurantium). Um letztere geht es hier zuerst. Ihr Name stammt aus dem Altindischen. Das dort in den ersten Jahrhunderten nach unserer Zeitrechnung bezeugte sanskritische Wort नारङ्ग (IAST: nāraṅga) ^(→ sa) ‚Bitterorangenbaum‘ geht allerdings vermutlich noch auf ein älteres drawidisches Wort zurück, von dem sich Reflexe, beispielsweise im Tamilischen in der Form நாரத்தை (ISO 15919: nāṛattai) ^(→ ta) ‚A Mandarin orange [Citrus aurantium, L.]; the orange tree [Citrus aurantium]‘ und நாரம் (ISO 15919: nāram) ^(→ ta) ‚the lemon of citron‘, finden lassen.
Der arabische Gelehrte al-Masʿūdī berichtet, dass der indische Orangenbaum Anfang des 10. Jahrhunderts auf dem Seeweg über Oman am Persischen Golf in die arabische Welt gekommen sei. Das arabische Wort für die Frucht, نَارَنْج (DMG: nāranǧ)^(→ar) als Kollektivum und نَرَنْجَة (DMG: naranǧa)^(→ar) als Nomen unitatis, ist aber wohl über das persische نَارَنْگ (DMG: nāräng)^(→ fa) ins Arabische gelangt. Zuerst belegt ist es in Gedichten des Baġdāder Prinzen ʿAbd Aḷḷāh bin al-Muʿutaz, der die Orange mit den Wangen junger Mädchen oder mit einem goldenen Poloball vergleicht.
Der Baum wurde bald im gesamten islamisch dominierten Mittelmeerraum kultiviert. Der Orangengarten neben der Moschee von Córdoba, der auch heute zu besichtigen ist, soll Ende des 10. Jahrhunderts angelegt worden sein. In Sizilien ist die Bitterorange Mitte des 12. Jahrhunderts belegt bei ʿAbd ar-Raḥmān al-Aṭrābanišī, der am Hof des Normannenkönigs Roger Ⅱ. in Palermo lebte. Am meisten geschätzt wurde die Orange offenbar als Element der Gartengestaltung; in herrschaftlichen Gärten wurde der Baum aus dekorativen Gründen und wegen des Dufts seiner Blüten angepflanzt. Aber auch in der Küche wurde die Frucht verwendet, wenn auch vermutlich weniger als die verwandte Zitrone: Man legte sie in Sirup ein und benutzte den Saft als Zutat zu verschiedenen Gerichten sowie zur Bereitung von Getränken.
Die westlichen Europäer haben Baum und Frucht in Sizilien, im islamischen Spanien und auf den Kreuzzügen in Palästina kennen gelernt. Wie ihr Name sich ausgebreitet hat, ist nicht sicher geklärt. Ausgangspunkt scheint Sizilien zu sein, wo er spätestens 1170 in der mittellateinischen Form arangia ^(→ la) auftaucht; ein italienisches arancio ^(→ it) für den Baum ist Anfang des 14. Jahrhunderts belegt. Der Vergleich mit gleichzeitig existierenden oberitalienischen Dialektformen wie venezianisch naranza ^(→ vec) zeigt, dass das n- des Anlauts offenbar für den Auslaut des unbestimmten Artikels gehalten worden war (*un narancio > un arancio) und deshalb wegfiel.
Allerdings belegt bereits Ibn Hišām al-Laḫmī († 1182) in seiner المدخل الى تقويم اللسان وتعليم البيان (DMG: al-madḫalu ilạ̄ taqwīmi 'l-lisāni wa-taʿlīmi 'l-bayāni) ‚Einführung in die Richtigstellung der Sprache und die Lehre der Redekunst‘ die im Volksmund gebräuchliche Form آرَنْج (DMG: āranǧ)^(→ar) für das Andalusische Arabisch, was die Frage aufwirft, ob das mittellateinische arangia ^(→ la) nicht auch direkt aus dem Arabischen entlehnt worden sein könnte.
Aus geographischen Gründen liegt es nahe anzunehmen, dass der Name übers Provenzalische (arange ^(→ pro) in Avignon 1373) ins Französische (orenge ^(→ fro) 1393) gelangt ist. Allerdings ist schon 1200 pume orenge ^(→ xno) im normannisch-französischen Dialekt in England bezeugt; das 1314 bezeugte altfranzösische pomme d’orenge ^(→ fro) ist wohl eine Übersetzung von italienischem melarancia ^(→ it). Auffällig ist das anlautende o- in den französischen Formen. Es ist vermutlich entstanden durch volksetymologische Anlehnung an die südfranzösische Stadt Orange (altfranzösisch Orenge ^(→ fro)), über die angeblich Früchte importiert wurden. Ob auch eine Anlehnung an französisch or ^(→ fr) ‚Gold‘ dabei schon eine Rolle gesp
noun Orange · Orangen
-
süßliche, orangefarbene Zitrusfrucht (Citrus sinensis)
In Europa werden die Orangen im Dezember und Juni geerntet.
Similar: Süßorange, Apfelsine, Chinaapfel · Opposite: Clementine, Grapefruit, Mandarine, Zitrone
-
bittere, aus Pampelmuse und Mandarine hybridisierte Zitrusfrucht (Citrus × aurantium)
„Nach Risso fasst man als botanisch selbständige Arten der Orangen 1) die bittere Orange, Pomeranze […] und 2) die süsse Orange, Apfelsine […] auf. “
Similar: Bitterorange, Pomeranze
noun Orange · Oranges
orange²
- [oˈʁɑ̃ːʃ] prädikativ
- [oˈʁaŋʃ]
- [oˈʁanʃ]
- [ˈoʁanʃ] auch
- [oˈʁɑ̃ːʒə] attributiv zumeist
- [oˈʁaŋʒə]
- [oˈʁanʒə]
- [ˈoʁanʒə] auch
Rhymes with ɑ̃ːʃ
Where it comes from
Das Adjektiv ist seit der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts bezeugt. Es wurde wohl im Gebrauch nach gleichbedeutend mittelfranzösischem orange ^(→ frm) sowie gleichbedeutend neufranzösischem orange ^(→ fr) übernommen.
adjective orangen · orange · oranger · oranges
-
eine Farbe zwischen gelb und rot aufweisend, habend
Ich ziehe heute das orange Kleid an.
Similar: apfelsinenfarben, apfelsinenfarbig, apfelsinenfärbig, orangefarben, orangefarbig, orangefärbig
In English
- orange fruit
Talk about this word "orange." Wiktionary, via Micwyn, micwyn.com/word/de/orange. Accessed 6 Nov. 2026. orange. (n.d.). In Wiktionary, via Micwyn. Retrieved November 6, 2026, from https://micwyn.com/word/de/orange "orange." Wiktionary, via Micwyn. Accessed November 6, 2026. https://micwyn.com/word/de/orange.Cite this
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